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„60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung“

 

hat der BdV Landesverband Thüringen in Erfurt-Alach begangen.

 

200 Mitglieder des BdV und der Landsmannschaften erlebten eine gelungene Veranstaltung.

 

 

 

Landesvorsitzender Egon Primas, MdL, konnte als Festredner den Landrat des Landkreises Schmalkalden- Meiningen, Peter Heimrich, im festlich geschmückten Saal begrüßen.

 

      

Es war eine emotionale Festrede, die mit viel Beifall der Teilnehmer aufgenommen wurde.

Dabei ging der Redner auf die gegenwärtige Situation von Flucht und Vertreibung ein, die die Menschen in Europa bewegt. Herr Heimrich ist selbst Sohn einer vertriebenen Schlesierin und weiß, welches Leid die deutschen Vertriebenen nach 1945 ertragen mussten.

Er ist in Breitungen aufgewachsen, in einer Gemeinde die bei 3000 Einwohnern noch 1500 Flüchtlinge nach Kriegsende aufnehmen mussten.  

 

In diesem Zusammenhang sagte er:

„Der BdV hat gezeigt, dass er sich dem Leid heutiger Flüchtlinge nicht verschließt und wie der damalige Bundespräsident Joachim Gauck gewürdigt hat, und nicht in eine Opferkonkurrenz eintritt. Ältere hier im Saal dürften sich an die Bewohner bombardierter Großstädte erinnern, die ihr Leid damals gegen das der Flüchtlinge aufrechneten.

Dieser Aufruf des BdV zur Empathie gegenüber Flüchtlingen war nicht nur eine große menschliche Geste, er war der Beweis, dass die Menschenrechte für den BdV mehr als bloße Lippenbekenntnisse sind. Dieser Appell an die deutsche Bevölkerung war auch ein wichtiger Erinnerungsanstoß: Auch unsere Eltern und Großeltern waren Flüchtlinge und hätten sich damals vielleicht eine ähnliche Unterstützung erträumt, wie sie die heutigen Flüchtlinge erfahren.

Das Statement von Herrn Fabritius hat deutlich gemacht, dass die deutschen Heimatvertriebenen das Leid, welches der Verlust der eigenen Identität und Heimat für Menschen und vor allem auch Kinder bedeutet, besonders nachempfinden können. Ich bin aber auch kein Schönredner, Sie kennen vielleicht meine Einstellung zur Asylpolitik der Bundes- und insbesondere Landesregierung. Und deswegen bin ich auch nah bei Ihrem Präsidenten, wenn er sagt: ‚Es ist nicht in Ordnung, wenn Menschen aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen und dafür Asyl beantragen. Das ist Missbrauch, belastet die Verfahren und geht zu Lasten derer, die wirklich Asyl brauchen.‘  Wer hier alle Asylbewerber in einen Topf wirft und nicht zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen differenziert, der relativiert das Unrecht gegenüber denen, die aus Todesangst ihre Heimat verlassen mussten und müssen. Und der schwächt die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber wirklich Asylsuchenden sowie deren, durch die Verfassung geschützten, Anspruch.

Deshalb erscheint mir auch jene Haltung fragwürdig, die die Flüchtlinge von heute willkommen heißt, das Schicksal der Landsleute von damals aber ignoriert oder marginalisiert.

Ich bin mir sicher, dass es in Zukunft weitere Flüchtlingswellen durch Krieg, Vertreibung, Hungersnöte und Naturkatastrophen geben wird. Über 65 Millionen Menschen weltweit befinden sich auf der Flucht und fern ihrer Heimat. Ein Teil von ihnen – nämlich über 2 Millionen – wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren bei uns in Deutschland aufgenommen. Eine gewaltige Integrationsaufgabe liegt vor uns und ich bin dankbar, dass der BdV auch hier einen wertvollen Beitrag leistet.“

 

Nach der Festrede, die mit lang anhaltendem Beifall aufgenommen wurde, nahm BdV Landesvorsitzender Egon Primas gemeinsam mit dem Landrat Auszeichnungen vor.

 

 

 

Im Auftrag der Bundeslandsmannschaft Nieder-und Oberschlesiens wurde dem Vorsitzenden der Thüringer  Landsmannschaft der Schlesier, Horst Jüngling, die höchste Auszeichnung der LM, das „Schlesier-Kreuz“ verliehen.

 

Für Herrn Jüngling ist die Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit in Polen und der jüdischen Gemeinde in Schlesien eine Herzensangelegenheit.

 

 

 

 

Die goldene Ehrennadel der Bundeslandsmannschaft der Nieder-und Oberschlesier wurde Manfred Steller aus Bad Lobenstein für seine langjährige,  aufopferungsvolle Arbeit verliehen. Er betreut im Auftrag des Landesvorstandes das Zimmer des BdV Thüringen im Altvaterturm und wird dies zukünftig auch für das dortige Schlesierzimmer tun.

 

 

 

 

Die höchste Auszeichnung des BdV Landesverbandes Thüringen, die „Medaille in Treue zur Heimat“ konnte der Landesvorsitzende Irene Burian überreichen. Seit vielen Jahren leistet sie eine vielseitige und gewissenhafte Arbeit innerhalb des BdV.

 

Sie ist als Vorsitzende des Regionalverbandes Bad Blankenburg tätig und gibt Mitgliedern in ihrem Umfeld und in den von ihr organisierten und gestalteten Veranstaltungen ein verlorenes Stück Heimat zurück.

 

 

 

Die Ehrennadel in Silber des BdV Bundesverbandes wurden an drei Mitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland im BdV Thüringen verliehen.

 

 

Dem Sondershäuser Chor „Stimme der Heimat“ unter der Leitung von Regina Schedifka, wurde anlässlich seines 25-jährigen Bestehens für seine öffentlichkeitswirksamen, landesweiten und regionalen Veranstaltungen zur sozial-kulturellen Betreuung der Mitglieder des Bundes der Vertriebenen in Thüringen Dank und Anerkennung ausgesprochen.

 

 Eine Überraschung hatte noch Helmut Bednarek (li.) parat. Er fertigte ein Ölgemälde Joseph von Eichendorffs, das seinen Platz im neuen Schlesierzimmer im Altvaterturm bei Lehesten finden soll.

 

 Einen Tag der Heimat begeht man festlich, aber auch die Unterhaltung und das gesellige Beisammensein kamen an diesem Tag nicht zu kurz. Das Quartett „Eine kleine Blasmusik“ spielte auf und begleitete die Veranstaltung musikalisch durch den Tag.

Der Applaus bewies, wie gut die Musik der Truppe beim Publikum ankam.

 

Waltraud Bednarek /

Monika Buchta