20 Jahre Bildungs- und Kulturprojekte in Schlesien

Unser BdV Verband aus Thüringen arbeitet seit 1994 mit dem Verband der sozialkulturellen Gesellschaften der Deutschen in Polen (VdG) sowie mit der Deutschen Bildungsgesellschaft
(DBG) in Oppeln im bildungs- und kulturpolitischen Bereich zusammen.
 
 
Im 20. Jahr unserer Zusammenarbeit ist es dem VdG und der DBG im Bildungsbereich gelungen, zusätzlich zum Deutschunterricht den Lernprozess um die Geschichte Kultur und Geografie des Herkunftslandes der Minderheit in den Siedlungsgebieten der deutschen Minderheit in Schlesien zu erweitern. Dazu hat die Deutsche Bildungsgesellschaft in Oppeln ein erstes Lehrprogramm für die einzelnen Bildungsetappen präsentiert.
 
Das Wochenblatt Nr. 15, die Zeitung der Deutschen in Polen, veröffentlichte dazu in einem Kommentar: „Es gilt vor allem didaktische Materialien für den neuen Unterricht Geschichte und Kultur des Herkunftslandes der Minderheit vorzubereiten.“
Hier liegt ein bedeutender Schwerpunkt unserer weiteren Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit und ihren Institutionen in Schlesien.
 
Während unseres diesjährigen Schlesienprojekts an der Joseph von Eichendorff Gesamtschule in Solarnia, Gemeinde Bierawa, präsentierten wir von der Arbeitsgruppe Jugend und Schule in einem Seminar mit Lehrern, Schuldirektoren von zahlreichen Schulen und Vertretern der deutschen Minderheit aus der Region des Oppelner Landes didaktische Materialien für das neue Unterrichtsfach.
Dazu 3 Beispiele:
Zum Thema Schlesien Geschichte- Kultur- Geografie eine didaktische Dokumentation auch mit dem Schwerpunkt: Wo findet man im heutigen Schlesien Spuren zum deutschen Kulturerbe?
Es könnte eine wichtige Ergänzung zum neuen Lehrprogramm für die Lehrer und Schüler in Schlesien sein. Erarbeitet von Peter und Susanne Gallwitz.
Briefmarken erzählen. Ein didaktisches Arbeitsmaterial. Hier können die Lehrer im neuen Unterrichtsfach in den einzelnen Bildungsetappen eine Vielzahl von Themen aus dem Lehrprogramm mit den Schülern  anschaulich bearbeiten. Erarbeitet von Oberstudienrat Armin Mühle.
Einen DVD Unterrichtsfilm Thüringen, in der Mitte von Deutschland mit den Lernzielen aus dem Lehrprogramm Wartburg- Weltkulturerbe, Thüringer Wald-  Rennsteig, Martin Luther – die Reformation, Weimar- die Stadt der deutschen Klassik, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, die Landeshauptstadt Erfurt, historische Beziehungen Thüringen – Schlesien, Thüringen – Polen. Erarbeitet von Helmut und Waltraud Bednarek.
 
Die Seminarteilnehmer aus der Oppelner Region waren sehr dankbar für die neuen Materialien an ihren Schulen.
 
Am zweisprachigen Eichendorff- Gymnasium in Solarnia stellten wir in einer Unterrichtsstunde in der Klasse 2 (8. Schuljahr) den Unterrichtsfilm zum Thema Thüringen, in der Mitte von Deutschland den Schülern vor. Dazu gab ich eine didaktische Unterrichtseinführung im Hinblick auf das Thema des Lehrprogramms und präsentierte allen Schülern zum Abschluss der Unterrichtsstunde ein weiteres Arbeitsmaterial.
 
 
Seit  der Gründung der 1. Joseph von Eichendorff- Schule in Schlesien im Jahr 1996 in Solarnia, Gemeinde Bierawa, gibt es eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit unserer Arbeitsgruppe Jugend und Schule in Thüringen.
 
 
 
Anlässlich einer Festveranstaltung in Solarnia  wurden verdiente Pädagogen der Schule von uns aus Thüringen geehrt.
 
Mit einer Ehrenurkunde des BdV Landesvorsitzenden und Mitglied im Thüringer Landtag, Egon Primas, wurde die Schuldirektorin Ilona Wochnik- Kukawska und mit der goldenen Ehrennadel des BdV Thüringen die Deutschlehrerin Violetta Klimanek ausgezeichnet.
 
Es ist schon zu einer Tradition geworden das jährliche Integrationstreffen der deutschen und polnischen Jugend mit Pädagogen, dem Wissenschaftlichen Rat und Kuratorenrat der oberschlesischen Eichendorffstiftung im Festsaal in Lubowitz mit uns aus Thüringen.
Es kamen von allen schlesischen Eichendorff- Schulen, der Fachhochschule aus Ratibor sowie weitere Institutionen, Schüler, Studenten, Lehrer, Schuldirektoren und Hochschullehrer aus den Woiwodschaften Opole und ┼Ül─ůsk mit eigenen Kulturprogrammen zum Treffen nach Lubowitz.
 
Das Integrationstreffen wurde eingeleitet mit einem Grußwort 20 Jahre BdV Thüringen vor Ort in Schlesien vom  stellvertretenden Landesvorsitzenden und Vorsitzenden der Thüringer Schlesier, Horst Jüngling.
 
 
Zu Ehren der 20-jährigen Zusammenarbeit unseres Thüringer Verbandes mit dem VdG und der Deutschen Bildungsgesellschaft in Schlesien wurde Frau Prof. Dr. habil. Joanna Rostropowicz mit der Medaille „Für Verdienste in Treue zur Heimat“ des BdV Landesverbandes Thüringen und die Deutschlehrerin Karina Walach vom Eichendorff- Gymnasium in Grzegorzowice/Gregorsdorf mit der goldenen Ehrennadel aus Thüringen geehrt.Eine besondere Aufmerksamkeit fand der Unterrichtsfilm zum Thema Thüringen, in der Mitte von Deutschland bei Schülern, Studenten, Pädagogen, Schuldirektoren, Hochschullehrern und Gästen.
 
 
In der anschließenden Diskussion unter Leitung von Helmut Bednarek gaben Lehrer  von allen Bildungsetappen bereits schon erste Hinweise, wie sie mit dem Thüringer Film in ihrem weiteren Unterricht entsprechend des neuen Lehrprogramms  arbeiten werden.
Danach stellten alle Schulen im Eichendorffsaal ihre vorbereiteten Kulturprogramme in hoher Qualität vor.
 
 
Im kleinen Saal trafen sich Lehrer und Schuldirektoren aus den Woiwodschaften Opole und ┼Ül─ůsk mit uns aus Thüringen zu einer Fachdiskussion zum neuen Unterrichtsfach und Lehrprogramm. Ich präsentierte dazu den Anwesenden weitere didaktische Lehrmaterialien für die einzelnen Bildungsetappen. Alle Schulen bekamen von uns aus Thüringen den DVD Film sowie zahlreiche didaktische Arbeitsmaterialien für ihre weitere pädagogische Arbeit vor Ort.
Für die aktive Mitarbeit in Schlesien möchte ich mich bei Helmut und Waltraud Bednarek, Dr. Elke Jüngling, Horst Jüngling und Susanne Gallwitz sowie Norbert Schütz, von der Landesgeschäftsstelle, ganz herzlich bedanken.
Es ist heute in Schlesien ganz normal, das auch die polnischen Medien über unsere 20-jährige Arbeit des BdV Landesverband Thüringen  in Schlesien berichten. Es gilt als ein Zeichen, das wir gute Brückenbauer vor Ort sind.
 
Peter Gallwitz, Arbeitsgruppe Jugend und Schule