25 Jahre Freundschaftsvertrag zwischen dem BdV und dem VdG

 25 Jahre Freundschaftsvertrag zwischen dem BdV-Thüringen und dem Verband der deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften (VdG) in Polen

 

Der Freundschaftsvertrag vom 5. November 1994 und der Anhang vom 5. Dezember 2003 waren richtungsweisend für die Zusammenarbeit beider Verbände bei allen durchgeführten grenzüberschreitenden Projekten.

Die deutschen Heimatvertriebenen haben nach der friedlichen Revolution 1989 in der ehemaligen DDR Anfang der 90-Jahre sich organisiert und erste Kontakte zu den in der Heimat verbliebenen Landsleute geknüpft. Nach dem Untergang des Ostblocks konnten auch die in der Heimat verbliebenen Landsleute sich im Verband der deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften (VdG) in Polen organisieren und sich als Deutsche bekennen. Besonders im ehemaligen Ostdeutschland, das nach dem von Nazideutschland angezettelten 2. Weltkrieg im heutigen Polen liegt, wurden allein in Oberschlesien ca. 850000 Deutsche zur Wiederinbetriebnahme der Produktion im Kohle- und Industrierevier nicht vertrieben. Nach der Anerkennung der deutschen Gesellschaften durch die polnischen Gerichte war die Wiedererlernung der deutschen Sprache das Entscheidende. Deutsche Sprache war, wie bei fast allen deutschen Minderheiten in Europa bei Strafe verboten. Dies betraf besonders die deutsche Minderheit in Polen. Das wichtigste Ziel des Freundschaftsvertrages war für den BdV-Landesverband Thüringen, die unbedingt notwendige Unterstützung für das Erlernen der Muttersprache „Deutsch“ zu leisten. Gerade in den heutigen unruhigen Zeiten ist es für die deutschen Heimatvertriebenen von entscheidender Bedeutung, sich als Brückenbauer in den ehemaligen Heimatgebieten für Verständigung und Freiheit der Völker einschließlich deren Minderheiten in einem friedlichen Europa einzusetzen. Was Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen, aus Pommern, Danzig und Ostbrandenburg, aus Schlesien, dem Sudetenland und dem gesamten Donauraum erdulden mussten, war eine erzwungene völkerrechtswidrige Vertreibung unter Entzug des Heimatrechtes.

Auch die Bundeskanzlerin hat anlässlich des nationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation erklärt, es habe “weder eine moralische noch eine politische Rechtfertigung“ für die Vertreibung gegeben. Von den fast 15 Millionen vertriebenen Deutschen, haben ca. 2,5 Millionen Menschen die Flucht, Vertreibung und Deportation nicht überlebt. Leider sind Vertreibungen auch heute noch immer Mittel der Politik. Deshalb gilt jenen, die derzeit aus Angst um Leib und Leben aus ihrer Heimat flüchten müssen oder vertrieben werden, unsere Empathie.

 

 

In Vorbereitung auf dieses große Jubiläum 2019 wurde mit dem Präsidenten des VdG, Bernard Gaida, im Oktober in Oppeln vereinbart, eine Festveranstaltung im Mai 2019 auf dem St. Annaberg in Oberschlesien und eine Festveranstaltung im September 2019 im Thüringer Landtag durchzuführen. Im 25. Jahr der Zusammenarbeit werden die Ergebnisse analysiert und weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit abgesteckt. Beide Verbände werden sich für die Einhaltung festgeschriebenen Minderheitsrechte der EU einsetzen und ihre Initiativen für ein freiheitliches und friedliches Europa verstärken.