Auf den Spuren der Geschichte

Auf den Spuren der Geschichte

Thüringer Schüler zum 6. Mal auf den Spuren von Joseph Freiherr von Eichendorff und  Johann Wolfgang von Goethe in Schlesien.

 

Seit dem Jahr 2003 gibt es langjährige Kontakte und Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Eichendorff Kultur und Begegnungszentrum in Lubowitz und dem Organisator der Thüringer Schülerreisen der Arbeitsgruppe Jugend und Schule im BdV Thüringen.

Zur 6. Reise nach Schlesien waren es Schüler mit ihren Deutsch- und Geschichtslehrern aus dem thüringischen Breitungen und Gotha.

Diese Jugendlichen haben am Schülerwettbewerb des BdV Thüringen auf den Spuren der Geschichte teilgenommen. Im Ergebnis entstanden mit Unterstützung ihrer Projektleiterin, Frau Bednarek, auch 2 Filmprojekte unter den Themen:

·         Joseph Freiherr von Eichendorff, Dichter der Romantik aus Lubowitz

·         Johann Wolfgang von Goethe, eine Reise von Weimar nach Schlesien mit einem Vorwort von Erzbischof Prof. Dr. Nossol aus der Oppelner Region.

Für die Sieger des Schülerwettbewerbs organisierte die Arbeitsgruppe Jugend und Schule wieder eine Reise nach Schlesien bereits zum 6. Mal nach Lubowitz, dem Geburtsort des Dichters der Romantik, Joseph Freiherr von Eichendorff.

Die Schülerreisen beginnen bereits immer mit einem Kurzbesuch in der Stadt Görlitz. Hier im Schlesischen Museum erhalten die Schüler einen ersten historisch kulturellen Blick auf Schlesien. Danach konnten alle am Ufer der Neiße noch einen weiteren Blick auf das heutige polnische Görlitz/Zgorzelec werfen.

Im Lubowitzer Eichendorff- Zentrum war man wieder für einige Tage zu Gast.

 

 

Zuerst besuchten die Schüler und Lehrer in Lubowitz die Schlossruine mit dem berühmten Hasengang, den alten Friedhof mit den Grabstätten der Familie von Eichendorff. Im kleinen Eichendorff- Museum informierte man sich über den Dichter während seiner Lubowitzer Jugendzeit.

Der junge Joseph von Eichendorff war mit seiner Lubowitzer Heimat immer eng verbunden. Dazu zählte auch die Kreisstadt Ratibor, in der er oft zu Gast war.

Die Schüler und Lehrer aus Thüringen wollten natürlich auch Eichendorffs Heimat etwas näher kennen lernen. Herr Dr. Gonschior aus Ratibor zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt und das bekannte Eichendorff- Denkmal, das am 4. September 1994 in Ratibor eingeweiht wurde.

 

 

Während den 6 Schlesienreisen gab es auch jeweils Besuche an den bilingualen Eichendorff- Schulen in Solarnia, Gemeinde Bierawa, im Oppelner Schlesien und in Gregorsdorf, Gemeinde Rudnik sowie in Ratibor, in der Woiwodschaft Schlesien.

Auch während dieser Reise wurden die Schüler und Lehrer aus Thüringen an die bilingualen Eichendorff- Gymnasien nach Gregorsdorf und Solarnia wieder eingeladen.

In Gregorsdorf wurden sie von der Schuldirektorin, Frau mgr. Ciszek, herzlich begrüßt.

Hier standen zwei sehr interessante und informative Unterrichtsstunden mit deutschen und polnischen Schülern im Mittelpunkt des Besuches.

Zu Beginn einer Geschichtsstunde mit Frau mgr. Walach gab es erst einmal eine kurze gegenseitige Vorstellung der deutschen und polnischen Schüler.

In der Geschichtsstunde erfahren die Schüler etwas über die Republik Polen, die Woiwod-

schaften Oppeln und Schlesien sowie das Leben der deutschen Minderheit heute in Schlesien. Sie pflegen heute wieder die deutsche Sprache und Kultur in ihren Gemeinden, Ortschaften, DFK Gruppen und Familien. Hier in der schlesischen Region gibt es auch zweisprachige Ortsschilder. Nach dem 2. Weltkrieg von 1945 bis 1989 war in dieser Region von Schlesien die deutsche Sprache und Kultur verboten, somit auch die Literatur von Joseph von Eichendorff und Johann Wolfgang von Goethe. Diese Informationen waren besonders für die Schüler aus Thüringen neu und sehr interessant.

Eine weitere gemeinsame Unterrichtsstunde stand unter dem Thema: Der Dichter Joseph von Eichendorff - unser Schulpatron.

Am folgenden Tag war nun der Besuch am bilingualen Eichendorff- Gymnasium in Solarnia.

Hier wurden die Thüringer Schüler und Lehrer von der Schuldirektorin, Frau mgr. Wochnik-

Kukawska, herzlich begrüßt. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Bierawa, Herr mgr. Ficon, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste aus Thüringen in einem perfekten Deutsch zu begrüßen, das hat die Schüler sehr beeindruckt.

Hier in Solarnia stand besonders Musik, Tanz und Sport auf dem Besuchsprogramm. In einer deutsch- polnischen Musikstunde bei Übungen im Gruppentanz und Sportspiele verbrachte man die gemeinsame Zeit.

Zum Abschluss konnten alle noch in einer Rätselstunde ihre Kenntnisse über Joseph von Eichendorff unter Beweis stellen.

Der Dichter der Romantik, Joseph von Eichendorff, war im Jahr 2016  20 Jahre der Schulpatron dieser Schule. Die Schule in Solarnia ist die erste Eichendorff- Schule heute in Schlesien und mit die erste bilinguale Schule im Oppelner Schlesien. Wir in Thüringen haben diese bilinguale Schule 20 Jahre aktiv mit begleitet.

Zum Abschluss der 6. Schülerreise erfolgte noch ein weiterer Kurzbesuch in die schlesische Hauptstadt Breslau, heute Wroclaw, sie war die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2016.

Auf dem neu restaurierten Breslauer Ring konnten die Thüringern Schüler und Lehrer das berühmte Rathaus bewundern. Es zählt mit zu den größten Backsteinbauten des Spätmittelalters und mit zu den schönsten Rathäusern Europas. Im Rathauskeller, dem bekannten Schweidnitzer Keller waren die Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Joseph von Eichendorff sowie zahlreiche bedeutende Schlesier und Europäer bereits zu Gast.

An den 6 Reisen nach Schlesien konnten bisher 140 Jugendliche mit ihren Lehrern aus zahl-

reichen Städten und Ortschaften des Freistaates Thüringen teilnehmen und das interessante schlesische Land besuchen.

Die Thüringer Schüler äußerten sich anschließend:

"Wir wären gern noch länger in Schlesien geblieben. Entstandene Freundschaften mit polnischen und deutschen Freunden werden weiter gepflegt. Das Internet macht es uns ja heute möglich."

Auch Johann Wolfgang von Goethe äußerte sich schon 1790 über seine Schlesienreise:

"Wirklich ein zehnfach interessantes Land, dieses Schlesien."