Partnerschaften stÀrken - heute wichtiger denn Je

Der Vorstand des Regionalverbandes Weimar des BdV Thüringen beschloss 2015, am 9. November eine weitere Partnerschaftsfahrt zu unseren Freunden nach Olawa/Ohlau und Wroclaw/Breslau in Polen durchzuführen. Auf Antrag von Jürgen Schulz im Seniorenbeirat der Stadt Weimar stellte die Stadtverwaltung einen Teil der hierfür erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung.

Unser Hauptanliegen war es, am 9. November, dem Jahrestag der Reichsprogromnacht der Nazis von 1938, unsere Solidarität mit unseren polnischen Partnern, insbesondere der jüdischen Gemeinde in Wroclaw, im heutigen Kampf gegen solche Verbrechen zu bekunden. Ausgehend von diesem bedeutungsvollen Anliegen erhielten wir eine wesentliche Verstärkung, indem unser Vorhaben durch Egon Primas, unserem Landesvorsitzenden begleitet wurde, der gleichzeitig als Stellvertreter des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Mike Mohring, im Auftrag der Fraktion handelte. Ebenso unterstützend begleitete uns der polnische Honorarkonsul Johannes Hoffmeister aus Weimar und Horst Jüngling als Stellvertreter unseres Landesvorsitzenden des BdV.

 

 

Bereits am frühen Morgen des 9. November versammelte sich unsere Delegation gemeinsam mit dem Landrat des Kreises Olawa Herrn Zdzislaw Brezden, dem Vizebürgermeister der Stadt Herrn Andrzej Mikoda und dem Sjemnikabgeordneten Jazek Pilawa zum stillen Gedenken und der Kranzniederlegung  auf dem jüdischen Friedhof in Olawa, dessen deutsch-polnische Sanierung von der jüdischen Gemeinde mit der Stadt, vor 2 Jahren mit umfangreichen Planungen und Konzepten begonnen wurde. Sowohl auf dem Friedhof als auch bei den Gesprächen in der Stadtverwaltung Olawa verdeutlichte Egon Primas seinen Standpunkt: „Es gelte Demut zu üben, sich Zeit zu nehmen für die gründliche Aufarbeitung  leidvoller Vergangenheit, räumlich und ideell zusammenzurücken und die Partnerschaft mit Ideen und Taten zu füllen.“ Vizebürgermeister Andrezj Mikoda erläuterte die Anstrengungen, die gegenwärtig gemeinsam mit dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Aleksander Gleichgewicht unternommen werden um die Sanierung des jüdischen Friedhofs voran zu bringen. So wurden unter anderem noch erforderliche finanzielle Mittel beim Ministerium für Kultur und Nationalerbe der Republik Polen beantragt.

Er würdigte die Bekundung der Solidarität unserer Delegation für das gemeinsame  deutsch-polnische partnerschaftliche Handeln an diesem Tag. Besonders dankte er Egon Primas für sein Auftreten als Vertreter der CDU-Fraktion des Thüringer Landtages und Vorsitzenden des Landesvorstandes des BdV sowie seine eindrucksvollen Darlegungen. Spontan lud er Mike Mohring zu einem Besuch nach Olawa ins Rathaus ein.

 

Nach einem Besuch und angeregten Gesprächen im deutschen Konsulat in Wroclaw/Breslau begaben wir uns zum alten vor Zerstörung bewahrten jüdischen  Friedhof der Stadt. Nach einem eindrucksvollen Rundgang – der Friedhof wird als städtisches Museum bewahrt – gedachten wir auch hier der Toten insbesondere den Opfern des Holocaust.

 

 

Am Grab der Mutter von Edith Stein legte Herr Primas ein Blumengebinde der Thüringer CDU-Landtagsfraktion nieder. Im gleichen Tenor wie auf dem Ohlauer Friedhof würdigte er die Opfer der Reichsprogromnacht der Nazis und hob hervor, dass wir gerade heute im Kampf gegen den Terror gefordert sind solche Verbrechen nie wieder zuzulassen. Wroclaw/Breslau ist heute zunehmend eine Stadt mit Bürgersinn.

 

Am Jahrestag der Reichsprogromnacht von 1938 veranstalteten zum 6. mal 300 überwiegend junge Menschen einen „Marsch für Respekt und Toleranz“ in den sich unsere Delegation mit einreihte.

 

 

An dem von hunderten Lichtern erleuchteten Platz wo an der Stelle einst die alte Synagoge stand die von Faschisten 1938 niedergebrannt wurde, steht heute ein großer Gedenkstein, an dem vom Konsul Hoffmeister und Horst Jüngling ebenfalls ein Blumengebinde und ein Blumenkranz niedergelegt wurden.

 

In den späten Abendstunden besuchten wir gemeinsam mit unserem Freund und unermüdlichem Begleiter Jazek Pilawa in der neuen Synagoge ein für diesen Tag konzipiertes Konzert mit jüdischen Klageliedern, Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, Songs polnischer Stars und internationalen Interpreten aus Spanien und Portugal, alles gestaltet von der Ehefrau des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Aleksander Gleichgewicht. Ihm danken wir herzlichst für die uns über Jazek Pilawa mündlich übermittelte Einladung.