Freundschaftsbesuch in Ostpreu├čen

Anfang Juni weilten Mitglieder der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Thüringen e.V. unter der Leitung der Landesvorsitzenden Edeltraut Dietel und Herrn Täubert vom BdV Regionalverband Meiningen, in Mohrungen. Begleitet wurden sie von Herrn Schütz, Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle des BdV-Landesverbandes Thüringen.
Auf Einladung des Vereins der Deutschen Bevölkerung „Herder" in Mohrungen, nahmen wir am Sommerfest, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Vereins teil. Die Veranstaltung fand in der Schule von Simnau / Szymonowo Gemeinde Maldyty / Maldeuten statt und begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in polnischer und teilweise deutscher Sprache. Daran anschließend begrüßte Frau Manka, die Vorsitzende des Vereins alle Anwesenden mit herzlichen Worten.
 

An dieser Veranstaltung nahmen die Bürgermeister von Mohrungen, Simnau und Maldeuten sowie weitere politische Persönlichkeiten, unter anderem auch der Konsul für Deutsche in Nordpolen in Danzig, Herr Fensterseifer, teil.
 

Alle übermittelten die herzlichsten Grüße und Glückwünsche und überreichten kleine Gastgeschenke und Blumen. Anwesend zu dieser Veranstaltung war auch der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Gesellschaften Ermland und Masuren, Henryk Hoch.
Von deutscher Seite aus nahm die Vorsitzende des Heimatkreises Mohrungen, Gisela Harder an dieser Veranstaltung teil, die seit zwanzig Jahren den Verein unterstützt, auch in Form der Bruderhilfe. Es waren noch weitere deutsche Vertreter anwesend, die den Verein schon seit vielen Jahren freundschaftlich unterstützen.
Nach dem offiziellen Teil, sprich Grußworten, Auszeichnungen und Ehrungen, fand ein sehr ansprechendes Kulturprogramm in deutscher und polnischer Sprache statt.
Die Moderation der Veranstaltung führte Uwe Hahnkamp in deutscher und polnischer Sprache vom Radio-Sender „Die Allensteiner Welle", dies ist ein Sender für die deutsche Minderheit in Ermland und Masuren.
Während der Veranstaltung hatte ich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit dem Konsul. Er sagte mir, unter anderem, dass er für die Interessen der Deutschen in Polen eintritt.
 
 
In den Schulen gibt es nur zwei Stunden Geschichtsunterricht pro Woche. Die Kinder wissen zu wenig über Landeskunde, über das deutsche Kulturerbe, über das frühere Ostpreußen, hierbei muss Kant mit einbezogen werden, sowie die Geschichte des Oberlandkanals.
Ein weiterer Gesprächspunkt war das „Weimarer Dreieck", was unter den Anwesenden der deutschen Minderheit überhaupt nicht bekannt war, auch hier fehlt Nachholbedarf. Wir haben gemerkt, dass sehr viel Hilfe gebraucht wird und sind zu dem Entschluss gekommen, mit der Gesellschaft Ermland und Masuren, einen Freundschaftsvertrag abzuschließen, was auch von der polnischen Seite begrüßt wurde.
 
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war erstmalig das Wiedersehen mit meinem Heimatort und Geburtsort Goldap. Auch hier war es nicht nur Privatreise. Ich traf mich hier mit Pfarrer Banach zu einem Gespräch. Er ist Pfarrer in Goldap und den umliegenden Gemeinden und Seelsorger in den Kasernen in Ermland und Masuren. Ich hatte ihn im vergangenen Jahr 2011, zum Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Erfurt kennen gelernt.
Er erzählte mir von den Problemen, die es in Goldap gibt. Es gibt dort nur kleine Kirchgemeinden und so werden mehrere zusammengeschlossen. Von früher und der ostpreußischen Kultur ist den Menschen dort nichts oder nur sehr wenig bekannt.
Pfarrer Banach sagte, die ostpreußische Kultur muss an die jungen Leute verbreitet werden, nur fünf Kinder in seinem Gebiet lernen deutsch. Die Kinder sind ca. neun und zehn Jahre alt. Der Pfarrer ist selbst noch sehr jung und er hat viele gute Ideen und eine Supereinstellung zu Ostpreußen. Ihm fehlen auch die Mittel und Gegenstände, um seine Projekte durchführen zu können, es sind für uns oftmals einfache und kleine Dinge die dort fehlen.
Mit vielen neuen Eindrücken von Ostpreußen und meiner Heimatstadt und schweren Herzens bin ich mit meiner Familie nach Thüringen zurück gekehrt.
 
Edeltraut Dietel
Landesvorsitzende der LMO Thüringen