Landestreffen der Schlesier und Ostpreu├čen

Am 30. Juni 2012 fand in Erfurt-Alach das kulturelle Landestreffen der Schlesier und Ostpreußen in Thüringen statt. Die Vorstände beider Landesgruppen hatten sich bemüht, ein interessantes Kulturprogramm für die Vertriebenen und Freunde der Vertriebenen im Thüringer Raum zu organisieren. Bei herrlichem Wetter erschienen über 230 Gäste pünktlich um 10.00 Uhr im Saal der Gaststätte „Zur Schenke“, um diesen Höhepunkt im Verbandsleben mit zu erleben.
 
 
Die Festansprache hielt die Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann, die schon in den vergangenen Jahren mit ihren interessanten Ausführungen und einfühlsamen Worten die Herzen der Zuhörer gewann.
Als weiteren Gast begrüßten wir Prior Pater Franz M. Schwarz vom Kloster Werningshausen, der ebenfalls verstand, die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu fesseln. Er übernahm gleichzeitig die Worte zum Totengedenken.
Die musikalische Einleitung und Umrahmung des gesamten Treffens lag in den Händen des BdV-Chores des Regionalverbandes Bad Lobenstein und dem mit ihm befreundeten Chor der deutschen Minderheit aus Ujazd in Oberschlesien. Aufgrund des Partnerschaftsvetrages zwischen den Städten Ujazd und Bad Lobenstein aus dem Jahr 2004 gibt es einen wechselseitigen kulturellen Austausch zwischen beiden Chören.
 
 
Gemeinsam mit dem Chor aus Ujazd begrüßten wir den Bürgermeister dieser Stadt, Tadeusz Kauch, mit seiner Gattin. Der Landesvorsitzende der Schlesier, Horst Jüngling, zeichnete Herrn Kauch für seine großartige Unterstützung der deutschen Minderheit im Oppelner Schlesien mit der BdV-Ehrennadel in Gold des BdV-Landesverbandes Thüringen e.V. aus. Die BdV-Ehrennadel in Silber erhielt für ihr langjähriges Wirken die Leiterin des Chores „Frohsinn“, Krystina Wodniok. Der Bürgermeister, Herr Kauch, bedankte sich in Deutsch herzlich für die hohe Auszeichnung. Er würde sich freuen, auch weitere Gäste aus Thüringen in seiner Heimat begrüßen zu können.
Ein weiterer Höhepunkt des kulturellen Landestreffens war der Multimedia-Vortrag über den großen Schlesier Ernst Friedrich Zwirner aus Jacobswalde bei Cosel, heue Kotlarnia in Oberschlesien. Helmut Bednarek und seine Gattin würdigten in ihrem eindrucksvollen Film diesen Baumeister und Vollender des Kölner Domes im 19. Jahrhundert. Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden diesen Beitrag. Erst vor zwei Jahren wurde unter großer Beteiligung von polnischer und deutscher Seite eine Ehrentafel für Zwirner in Jacobswalde enthüllt.
Der Heimatsänger der Ostpreußen, Bernd Krutzinna, genannt „Bernd Stein“ weckte viele Erinnerungen an die Heimat Ostpreußen. Auch diese Darbietungen wurden mit viel Beifall bedacht.
Die Ausstellung „Schlesien, das Land, das Menschen miteinander verbindet“ in deutscher und in polnischer Sprache, fand große Beachtung bei allen Gästen, besonders bei den Landsleuten aus Oberschlesien. Diese Ausstellung war das Ergebnis der über 20 Jahre dauernden Arbeit des Schlesiers Heinz Scholz aus Blankenhain in seiner Heimatstadt Ohlau, heute Olawa bei Breslau.
 
 
Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Auftritt der Tanzgruppe „Starosta“ aus Hof in Franken, der alle begeisterte. Auch das Mundharmonika-Quintett des Chores „Harmonie“ aus Bad Lobenstein erntete viel Beifall.
Eindrucksvoll verabschiedeten sich die beiden befreundeten Chöre aus Bad Lobenstein und Ujazd mit polnischen und deutschen Volksliedern. Die Anwesenden bedankten sich mit viel Beifall.
Alle Gäste waren von dem Kulturellen Landestreffen sehr begeistert. Sie würdigten es als sehr gelungene Veranstaltung und freuen sich auf die nächste Zusammenkunft dieser Art.
Während des Treffens wurde darauf hingewiesen, dass die Landesgruppe der Schlesier beabsichtigt, vom 28.09. bis 01.10.2012 eine Busreise nach Breslau zu organisieren.
Höhepunkt dieser Reise ist die Teilnahme am IV. Kulturfestival der deutschen Minderheit am 29.09.2012 in der Breslauer Jahrhunderthalle.
 
 
 
 
Horst Jüngling
 
Landesvorsitzender der Schlesier
im BdV- Landesverband Thüringen e.V.