Landestreffen der Landesgruppen der Sudetendeutschen und Pommern/Ostbrandenburger

„Es soll ein Tag der Freude sein!“ Mit diesen Worten eröffnete Erwin Tesch am 14. April 2012 das kulturelle Landestreffen, welches der Bund der Heimatvertriebenen in der Meininger Multihalle veranstaltete.
 
Mehr als 200 Gäste waren der Einladung zum Treffen der Landesgruppen der Sudetendeutschen
und Pommern/Ostbrandenburger in die Südthüringer Kreisstadt gefolgt, um unter dem Thema „Erbe erhalten – Zukunft gestalten“ einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen.
Einmal mehr erwies sich dabei der Regionalverband Meiningen, Mitglied im Bund der Heimatvertriebenen, als hervorragender Gastgeber. Vorsitzender Horst Bielas und seine Mitstreiter bekamen dafür Lobes- und Dankesworte von verschiedenen Seiten. Als Zeichen der Wertschätzung dürfen auch die vergebenen Auszeichnungen gewertet werden. Mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbandes ehrten der stellvertretende Landesvorsitzende Erwin Tesch und der Landesgruppenvorsitzende der Sudetendeutschen, Alfred Pauer, die im Meininger Regionalverband für Soziales und Kultur verantwortliche Elfi Storm. „Sie ist seit vier Jahren die treibende und gestalterische Kraft und hat uns in Meiningen eine Heimstatt geschaffen“, würdigte Tesch ihre Verdienste.
Mit der silbernen Ehrennadel des Bundesverbandes sind Irmgard Lang, Vorsitzende der Landsmannschaft Pommern in Meiningen, sowie Herbert Grams aus Bad Lobenstein, seines Zeichens Regionalvorsitzender des BdV, geehrt worden.
 
 
Die BdV-Veranstaltung war in ihrer Gesamtheit bereits so angelegt, dass sie sich passgenau in das vorgegebene Thema einfügte. Im Saal waren zahlreiche Menschen zusammengekommen, die mit ihrer verlorenen Heimat, mit Flucht, Vertreibung und Neuanfang ein ähnliches Schicksal teilen. „Wir hier sind gelebte Geschichte, wir sind Mahner. Zukunft gestalten ohne Vergangenheit ist nicht möglich“, betonte Alfred Pauer in seiner Ansprache. In einer Mischung aus Rück-und Ausblick setzte sich auch Erwin Tesch mit dem Motto auseinander. „Wir alle sind mit Nichts gekommen. Was wir hatten, trugen wir auf dem Leib. Ich erinnere mich noch gut daran, dass uns die Pfannschmidts auf dem Markt in Meiningen Messer und Gabel gegeben haben.“ Dennoch, so führte der BdV-Vize weiter aus, brachte jeder Einzelne Werte mit: „Bildung, Kultur, Fleiß, Zähigkeit, Erfindungsreichtum, handwerkliches Können und den Willen zum Überleben.“
Heimatliebe darf man in dem Zusammenhang getrost noch hinzufügen. Erwin Tesch nannte sie zwar nicht explizit. Brauchte dies aber auch nicht, denn die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit war geprägt von ihr.
Zum Auftakt sangen die Teilnehmer das Böhmerwald-, Pommern- und Brandenburg-Lied, begleitet von den Werratalmusikanten aus Schmalkalden, die die musikalische Umrahmung übernahmen. Der verstorbenen Angehörigen wurde gedacht. Ehrengast Michael Heym, der zugleich den Landrat vertrat, kam zu Wort. Und es gab tolle Kulturbeiträge. Zusammenfassend darf ein Ausspruch von Horst Bielas zitiert werden: „Macht weiter so. Und wenn es geht, macht‘s noch besser.“
 
Für eine bunte Unterhaltung sorgten neben den Werratalmusikanten die Pommerntanzgruppe Leba aus Erlangen, der Chor des Henfling-Gymnasiums Meiningen, die Gruppe Heimatsang aus Gehren sowie verschiedene Mundartbeiträge.