Mit Zielen motivieren und neue Mitglieder gewinnen

Landesvorstände des hessischen und thüringischen Bund der Vertriebenen tagten in Erfurt
 
Zu einem intensiven Gedankenaustausch trafen sich kürzlich die beiden BdV-Landesverbände von Hessen und Thüringen in Erfurt. Die hessische Delegation war mit dem Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann und dem Landesschatzmeister Otto Klösel angereist und wurde vom thüringischen BdV-Landesvorsitzenden Egon Primas und weiteren Vorstandsmitgliedern in der neuen Geschäftsstelle herzlich empfangen. Die Runde der Verbandsfunktionäre kam dann aber auch schnell auf die beiderseits anstehenden Probleme zu sprechen, wie das altersbedingte Absinken der Mitgliederzahlen oder das effiziente Werben um neue Anhänger.
 
„Der thüringische Verband gehe dabei seit einiger Zeit erfolgreich neue Wege über Schülerwettbewerbe mit geschichtlichem Hintergrund,“ so der thüringische Landesvorsitzende Primas. Aktuell stünde dazu eine Initiative an für 8. bis 11. thüringische Schulklassen über das Rahmenthema „Johann Gottfried Herder – zur Geschichte und Gegenwart“. Dabei sollen sich die Schüler mit der Persönlichkeit und dem Schaffen dieses großen deutschen Denkers, der in Ostpreußen geboren wurde und später überwiegend in Thüringen wirkte, näher beschäftigen.
 
Was übrigens diese berühmte Persönlichkeit für die Gegenwart so bedeutsam und für die heutige Jugend auch durchaus interessant mache, sei dessen Wirken für die Völkerverständigung mit den östlichen Nachbarvölkern und seine Friedensliebe. Themen, die auch auf der Agenda heutiger Vertriebenenverbände stünden. Die besten Arbeiten aus dem Wettbewerb würden mit beachtlichen Preisen ausgezeichnet, wobei der Anreiz bei den jungen Menschen sichergestellt sei.
 
Der hessische BdV-Landesvorsitzende konnte für seine Organisation zur Mitgliederwerbung auf regenmäßige und sehr gut besuchte geschichtsträchtige Ausstellungen über die Vertreibungsgebiete im Haus der Heimat in Wiesbaden verweisen. So laufe derzeit eine Wanderausstellung über die oberschlesischen Schrotholzkirchen mit ihrer Einzigartigkeit in Europa. Immer wieder werde auch versucht, so Ortmann, die Ausstellungen in den hessischen Schulen zu platzieren, um das Thema „Vertreibung“ zu sensibilisieren und der heutigen Jugend näher zu bringen. 
 
Weitere Gesprächsthemen waren die Eingliederungen und die Beibehaltung der verschiedenen Landsmannschaften und Volksgruppen im Dachverband des Bundes der Vertriebenen. Das sei die Voraussetzung, den BdV auch weiterhin, sowohl auf den Landesebenen als auch in der Bundesspitze als starke „gesellschaftlich relevante Gruppe“ zu erhalten. So sei letztendlich eine angemessene staatliche Förderung der weiterhin notwendigen Kulturarbeit sichergestellt, so der Landesvorsitzende Primas. Am Ende dieses lebhaften Gedankenaustausches waren sich alle Teilnehmer einig, dass solche Begegnungen in zeitlichen Abständen unbedingt folgen sollten.