Landesgruppe der Schlesier zum 1. Tag der Landsmannschaften in Th├╝ringen

Der BdV-Bund der Heimatvertriebenen e.V., Landesverband Thüringen, hatte zum Tag der Landsmannschaften am 25. Mai 2013 in die Stadtbrauerei Arnstadt eingeladen.
103 schlesische Delegierte waren der Einladung gefolgt.
 
 
Die Landesgruppe der Schlesier versammelte sich zu einer Delegiertenkonferenz, auf der zunächst der Landesvorsitzende, Horst Jüngling, den Rechenschaftsbericht vortrug.
 
Ein Schwerpunkt dabei war die Abrechnung der vom Vorstand gefassten Beschlüsse zur Aktivierung des Verbandslebens der Schlesiergruppen in den 28 Mitgliedsverbänden in Thüringen.
Der Vorstand schätzte ein, dass seit der Gründung der Landesgruppe unter dem Dach des BdV-Landesverbandes am 30.03.2009 und der Wiederwahl des Vorstandes für weitere
4 Jahre am 09.06.2011 eine vielseitige und aktive Arbeit in den Kreisgruppen zu verzeichnen ist und das, obwohl zunehmend ältere Mitglieder aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verbandsleben ausscheiden. So werden monatlich interessante Heimatnachmittage u. a. in Nordhausen, Meiningen, Breitungen/Kreis Schmalkalden, Artern und Erfurt organisiert.
 
Ein besonderes Anliegen der Landesgruppe der Schlesier bestand darin, Mitglied der Bundeslandsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien e.V. zu werden. Gemäß dem einstimmigen Beschlusses des Geschäftsführenden Bundesvorstandes wurde die Vertretung der Schlesier in Thüringen unserer Landesgruppe der Schlesier im BdV Thüringen e.V. mit Schreiben vom 18.08.2011 übertragen.
Weiterhin erinnerte der Redner an das 1. Kulturelle Landestreffen in Erfurt-Alach am 12.06.2010 mit über 100 Schlesiern und an das Kulturelle Landestreffen gemeinsam mit der Landsmannschaft der Ostpreußen am 30.06.2012 mit über 230 Gästen, darunter Landsleute und Freunde Schlesiens aus unserer Heimat.
 
Große Bedeutung in der Verbandsarbeit haben die grenzüberschreitenden Projekte, die für unsere Landsleute sehr hilfreich sind.
In der Arbeitsgruppe „Jugend und Schule“ des BdV-Landesverbandes Thüringen, die über viele Jahre von Armin Mühle und heute von Peter Gallwitz (beide sind Schlesier) geleitet wurde bzw. wird, sind vielseitige Initiativen für die deutschen Minderheit besonders in Oberschlesien abzurechnen. In den 5 Eichendorff-Schulen sind unsere schlesischen Pädagogen aus der AG „Jugend und Schule“ sehr aktiv. Die Ehepaare Susanne und Peter Gallwitz sowie Waltraud und Helmut Bednarek führen für schlesische Deutschlehrer an verschiedenen Orten Fortbildungsseminare durch bzw. stellen Schulmaterial bereit.
 
Der Nachholbedarf ist sehr groß, schließlich war die deutsche Muttersprache 50 Jahre verboten. Auch die deutsche Kunst und Kultur hatten im Unterricht keinen Platz.
Seit der politischen Wende in Osteuropa ist es für die Identitätsfindung der deutschen Minderheit ungeheuer wichtig, die Muttersprache zu erlernen und immer besser zu beherrschen.
Im Schulwesen Polens fehlt jedoch noch heute ein Schulnetz von zweisprachigen Schulen oder Schulen mit Deutsch als Muttersprache. Dies wurde auch vor kurzem von der Europäischen Union gerügt. Ebenso fehlen deutschsprachige Kindergärten in den Ballungsgebieten der Deutschen in Polen.
 
In den Schulen ist der Bedarf an qualifizierten Deutschlehrern groß, ebenso deren Weiterbildung auf der Grundlage didaktischer Materialien. Vielfältige Unterlagen dafür stellte unser BdV-Landesverband zur Verfügung.
 
Aber es sind weitere Hilfen Deutschlands nötig, um über die Lehrerfortbildung in unserem Land eine Vielzahl neuer Lehrmaterialien zu erarbeiten. Unsererseits wurden dafür Wege mit
dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) erörtert, da es die Obhutspflicht Deutschlands ist, die Gespräche am sogenannten „Runden Tisch“ in Polen zu einem positiven Ergebnis für die deutsche Minderheit zu führen.
 
Zum Schluss des Rechenschaftsberichtes wurden die Delegierten im Auftrag des Vorstandes
aufgerufen:
 
1. Fahren Sie, solange es gesundheitlich möglich ist, mit den Kindern und Enkelkindern
    in unsere Heimat Schlesien.
2. Nehmen Sie am Schlesiertreffen am 22. und 23. Juni 2013 in Hannover teil.
 
Ein erneuter Appell der Schlesier richtete sich an unsere gewählten Politiker im Bund und den Ländern, endlich einen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation in Deutschland zu schaffen, wie es die Bayrische Regierung ab 2014 für Bayern beschlossen hat.
Ebenso wurde der Standpunkt wiederholt, endlich eine Entschädigung der deutschen Zwangsarbeiter zu beschließen.
Ein Höhepunkt der Delegiertenversammlung der Schlesier war die Vorführung eines Filmes zum 225. Geburtstag der Romantikers Joseph von Eichendorff, den das Ehepaar Waltraut und Helmut Bednarek auf Wunsch der Eichendorff-Stiftung in Lubowitz/Oberschlesien geschaffen hat. Der Film trägt den Titel „Wünschelrute – Eine romantische Reise auf den Spuren von Joseph von Eichendorff mit deutschen und polnischen Schülern“ und zeigte die Arbeit mit dem deutschen Kulturgut in den Schulen beider Länder. Dieser Film fand bei allen Anwesenden hohe Anerkennung und Wertschätzung.
 
Ein wichtiger Teil des Nachmittags war die Ehrung verdienstvoller Mitglieder der einzelnen Landsmannschaften, darunter auch aktive Schlesier.
 
 
Aus den Händen des Landesvorsitzenden des BdV- Thüringen e.V., Egon Primas (MdL) und des Landesvorsitzenden der Schlesier in Thüringen, Horst Jüngling, erhielt die zweifache Kunstpreisträgerin

Erika Schirmer

für ihr unermüdliches Schaffen das
„Schlesierkreuz“
der Bundeslandsmannschaft Schlesien.
 
 
 
Mit der Ehrennadel in Gold der Bundeslandsmannschaft wurden Helmut Bednarek vom Regionalverband Schmalkalden, Armin Mühle vom Kreisverband Erfurt und Heinz Scholz vom Regionalverband Weimar ausgezeichnet.
 
Die Ehrennadel in Silber der Bundeslandsmannschaft Schlesien erhielten Hubert Rodewald vom Regionalverband Artern und Kurt Bradtke vom Regionalverband Meiningen.
 
Von allen Teilnehmern der Delegiertenversammlung wurde eingeschätzt, dass der Tag der Landsmannschaften mit großem Erfolg durchgeführt wurde und alle sich auf die nächste
Veranstaltung freuen.