Frauenseminar

Frauenseminar des BdV 2015
 
 
 
Der Chor „Heimatklang“ Zeulenroda erfasste mit seinen Frühlings- und Heimatliedern genau die Stimmung der Seminarteilnehmer am 24.04.2015 in der neu erbauten Vogtlandhalle in Greiz.
 
Frau Schulz stellte zunächst die Stadt Greiz vor, und wir sahen aus den hohen Fenstern auf die im Tale liegende Stadt hinab, die im Frühlingssonnenschein lag. Begrüßen konnten wir auch den Landtagsabgeordneten Christian Tischner.
 
 
Dann wurde über das Altern und Jungbleiben gesprochen. Dr. Maria Werthan, die Präsidentin des Frauenverbandes im BdV, sprach über den Generationendialog, wobei sie zunächst die Flüchtlinge in die Zwischenkriegs- und die Nachkriegsgeneration unterschied. Was können diese anderen vermitteln? Gibt es dabei Eingrenzungen? Was wird auf die nachfolgende Generation übertragen? Wo gibt es Reibungen? Was kann die junge Generation von der alten lernen? Es sind Krisenbewältigung, Gemeinsamkeit, Tradition, Werte, Zusammenhänge, Belastbarkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen.
Was kann die alte Generation von der jungen lernen? Das sind Flexibilität, Begeisterung, Vorurteilslosigkeit, Lebensbejahung, Optimismus und Umgang mit der Technik.
Der zweite Teil ihrer Rede umfasste die Minderheitenpolitik, denn nach dem BdV-Statut fühlen wir uns auch verpflichtet, einige Interessen der deutschen Minderheiten in unseren Herkunftsländern wahrzunehmen, nämlich der Heimatverbliebenen.
Dazu referierte Herr Prof. Dr. Manthey. Meist sind das Staatsbürger eines anderen Landes mit deutscher Abstammung. Wie kam es überhaupt dazu? Zum Beispiel wurden in Polen Fachkräfte gebraucht und einige Deutsche deshalb nicht – wie die meisten – vertrieben. Oder Deutsche hatten den katholischen Glauben, einige Deutsche hatten auch einen polnisch anmutenden Familiennamen. So sind schätzungsweise noch etwa 300.000 Bürger deutscher Nationalität in Polen. Wenn von Seiten des Arbeitskreises Jugend und Schule des BdV Landesverbandes Thüringen die Fortbildung von Deutschlehrern erfolgte, so geschah das für die Schüler zur Identitätsbildung. Es wird nicht mehr die Muttersprache vermittelt, sondern die Ursprungs- und Traditionssprache.
Frau Dietel sprach zunächst über den Heimatbegriff, wobei sie betonte, dass dieser auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Religion und den dortigen Menschen umfasst. Sie erklärte auch, inwieweit wir Vertriebenen Botschafter der Verständigung im Ausland geworden sind. Dann ging sie darauf ein, wie die Vertriebenen in Deutschland die Kulturlandschaft mitgeprägt haben und welchen Anteil sie an den Aufbauleistungen besitzen. Es gab keine sehr große Diskussion, weil dies auch zeitlich nicht möglich war. Diskutiert wurde aber über den Unterschied der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart, insbesondere darüber, ob es damals und heute eine positive Empfangskultur gab und gibt.