Gedenkveranstaltung 2015

Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung

Am 5. Mai 2015, dem Europatag, hat der Bund der Heimatvertriebenen e.V. Landesverband Thüringen seine zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer von Flucht und Vertreibung durchgeführt.

In einem Trauerzug, angeführt von den Fahnen der Heimat, gingen die Teilnehmer zur Gedenkstätte auf dem Erfurter Hauptfriedhof.

 

Landesvorsitzender des BdV, Egon Primas, MdL, hielt die Ansprache. Er führte u.a. aus: „Wir haben uns hier, 70 Jahre nach Kriegsende und 70 Jahre nach dem Beginn der Vertreibung der Deutschen aus ihren angestammten Heimatgebieten, zusammengefunden, um der Opfer dieser Vertreibung zu gedenken, der über 2 Millionen Frauen, Kinder, Greise und Männer. Vor 70 Jahren fanden die furchtbaren, menschenrechtsverachtenden Verbrechen ein Ende, die von Deutschen im Namen der perfiden nationalsozialistischen Ideologie begangen wurden. Fast zeitgleich aber hatten weitere Menschenrechtsverletzungen begonnen: die millionenfache Vertreibung der Deutschen aus ihren Heimatgebieten im Osten und Südosten Europas. Hunderttausende von deutschen Zivilisten – Männer, Frauen und Kinder – wurden enteignet, entrechtet, abtransportiert, körperlich und seelisch misshandelt und in Lager gesperrt, wo viele verhungerten. Es folgten ethnische Säuberungen ganzer Regionen. Das Gedenken an diese Opfer ist für uns Heimatvertriebene und Nachkommen ein Bedürfnis, aber auch eine Pflicht. Die Pflicht zu mahnen, dass solch ein Unrecht weltweit geächtet wird… Jedoch die aktuelle Nachrichtensituation ist von Flucht und Vertreibung geprägt. Menschenrechtsverletzungen, wie wir sie aus unserer eigenen deutschen Vergangenheit kennen, wiederholen sich derzeit in großem Stil. Niemals zuvor waren weltweit so viele Menschen gleichzeitig auf der Flucht wie heute. Vertreibungen und Terror richten sich erneut willkürlich gegen Menschen anderer Volks- und Religionszugehörigkeit. Es gilt nun, diesen Menschen auf der einen Seite eine würdige Aufnahme zu gewährleisten, andererseits müssen ihnen Möglichkeiten eröffnet werden, eigeninitiativ tätig zu werden, damit sie ihre Zukunft selbst mitgestalten können. Flüchtlingsschutz gehört in die Mitte unserer Gesellschaft! Aus unseren eigenen Erfahrungen als Heimatvertriebene sehen wir unsere Gesellschaft deshalb in einer besonderen Verantwortung, den Menschen zu helfen, die heute Schutz und Zuflucht in Deutschland suchen.“

 

Pater Franz Schwarz, Prior des Klosters „St. Wigberti“ Werningshausen, der seit Jahren aktiv an diesem Gedenken teilnimmt, sprach auch in diesem Jahr wieder zu den Anwesenden. Er sprach gemeinsam mit den Teilnehmern das Gebet. Musikalisch würdig begleitet wurde das Gedenken wieder vom „corps de musique“ aus Erfurt.