Zentraler Tag der Heimat

3. Tag der Landsmannschaften im BdV Thüringen und
zentraler Tag der Heimat waren ein Erfolg


Die über 500 Heimatfreunde, die am 20. September 2015 nach Arnstadt in die Stadtbrauerei angereist waren, fanden sich am Vormittag in ihren Landsmannschaften Schlesien, Ost- und Westpreußen, Sudetenland und Pommern/Ostbrandenburg zusammen, um landsmannschaftlich geprägte Vorträge, Filme und Diskussionen zu erleben.

Am Nachmittag, alle Landsmannschaften im Saal vereint zum zentralen Tag der Heimat, begrüßte BdV Landesvorsitzender Egon Primas unter den Gästen u.a. Dieter Bartusch vom BdV Landesverband Brandenburg. Am Tag der Heimat erinnert der BdV jährlich – nach außen und nach innen – an das Leid und die Opfer, an die materiellen und immateriellen Verluste, die die deutschen Volksstämme im mittleren, östlichen und südöstlichen Europa zu beklagen hatten.

In seiner Festrede ging der Landesvorsitzende Egon Primas, MdL speziell auf das Leitwort des Verbandes für 2015 ein.
Er sagte: „Nicht von ungefähr steht das Jahr 2015 unter dem Leitwort ‚Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute‘.
Aktuell werden – vor allem in den Medien, und vor allem seit der Feierstunde zum nationalen Gedenktag am 20. Juni – oft unreflektierte, pauschale Vergleiche zwischen den deutschen Vertriebenen und denjenigen angestellt, die heute eine unterschiedlich motivierte Migrationsentscheidung treffen.
Ja, die deutschen Heimatvertriebenen wissen, wie es ist, als Flüchtling in einer Gesellschaft anzukommen. Auch sie wurden von Alteingesessenen als fremd und als Belastung wahrgenommen. Dabei kamen sie aus demselben Kulturkreis. Für viele Flüchtlinge heute ist es schwerer, weil sie aus anderen Kulturen kommen und nicht als Deutsche zu Deutschen.
Ja, deutsche Heimatvertriebene empfinden Empathie mit den Opfern heutiger Kriegsgeschehen, weil sie aus eigener Erfahrung wissen, wie es ist, die Heimat zwangsweise zu verlieren.
Ja, die Todesangst war bei den Passagieren der sinkenden Gustloff genauso groß wie bei den Flüchtlingen im überfüllten, kenternden Schlauchboot auf dem Mittelmeer.
Aber: Der Vergleich, der die aktuelle Zuwanderung mit den ethnischen Säuberungen und dem Vertreibungsdruck der Nachkriegszeit gleichsetzt, ist verletzend, weil er das Vertreibungsunrecht relativiert!
Eine genaue Differenzierung zwischen den Opfern von Vertreibungen – gestern und heute – einerseits und denjenigen, die heute eine wirtschaftlich bedingte Migrationsentscheidung treffen andererseits, ist daher unerlässlich. Wer dieses missachtet, gefährdet die Akzeptanz für die echten Gewaltopfer und fördert Missbrauch.“


Die Vorstände der landsmannschaftlichen Landesgruppen nutzten den Gedenktag des Verbandes, um engagierte Heimatfreunde mit Auszeichnungen zu ehren.
(siehe Berichte der landsmannschaftlichen Landesgruppen)


Auch der BdV verlieh seine Auszeichnungen. So erhielt Hildegard Wernicke die Goldene Ehrennadel des BdV Landesverbandes Thüringen überreicht und mit der höchsten Auszeichnung des BdV Landesverbandes, der Ehrenmedaille „Für Verdienste in Treue zur Heimat“ wurde Ursula Graduszewski geehrt.
Im Auftrag des Präsidenten des BdV, Dr. Bernd Fabritius, zeichnete Horst Jüngling den BdV Landesvorsitzenden Egon Primas mit der Ehrennadel in Gold des BdV Bundesverbandes aus.

Den Gästen des „Tages der Heimat“ wurde danach ein niveauvolles Kulturprogramm geboten, das mit viel Beifall belohnt wurde.

Der Chor „Matrjoschka“ aus Ilmenau, unter der Leitung von Swetlana Markuschkina begeisterte die Anwesenden mit Liedern in deutscher, russischer und ukrainischer Sprache.

Ebenso niveauvoll war das Liederangebot des Chores „Concordia“ Langewiesen, der ebenfalls von Frau Markuschkina dirigiert wurde.

Die Auftritte der Trachtentanzgruppe Elgersburg mit thüringischen Volkstänzen und Tänzen aus den ehemaligen Heimatgebieten der Vertriebenen wurden mit viel Beifall belohnt.
Zum Abschluss wurde gemeinsam die deutsche Nationalhymne gesungen.
Die Teilnehmer schätzten die beiden Veranstaltungen als sehr gelungen ein, und es wurde der Wunsch geäußert, diese Veranstaltungen auch 2016 zu organisieren.