25 Jahre KV Erfurt

 25 Jahre BdV-Kreisverband Erfurt Stadt und Land e.V.

 
 
Der BdV-Bund der Heimatvertriebenen, Kreisverband Erfurt-Stadt und Land e.V. hatte anlässlich der Gründung vor 25 Jahren zu einer Festveranstaltung am 27. Juli 2016 eingeladen.
Hervorzuheben ist, dass dieser Höhepunkt im Leben unseres Verbandes über den OB der
Landeshauptstadt, Andreas Bausewein, von der Sparkasse Mittelthüringen mit 500 € finanziell unterstützt worden ist. Herrn Bausewein gilt unser besonderer Dank.
35 BdV-Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Als Ehrengäste wurden unser BdV-Landesvorsitzender, Egon Primas (MdL), und die Vorsitzende des Regionalverbandes
Artern, Brigitte Pupowski, sehr herzlich begrüßt. Auch die Mitarbeiter der BdV- Geschäfts-stelle waren Gäste dieser Veranstaltung. 
Zu Beginn wurde unserer Toten gedacht, die während der Flucht, Vertreibung und Deportati-on ihr Leben verloren haben, sowie der Toten, die jetzt ihre letzte Ruhe in fremder Erde ge-funden haben.
In der Festansprache des Vorstandsvorsitzenden wurde Bilanz über das Verbandsleben seit der Gründung am 19. August 1991 gezogen und die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit dargelegt. Das Besondere bestand darin, dass sich endlich auch die Heimatvertriebenen der ehema-ligen DDR nach 40 Jahren organisieren und ihre bis dahin tabuisierten persönlichen Schicksale öffentlich darlegen konnten.
Die monatlichen Heimatnachmittage, Stammtische der landsmannschaftlichen Gruppen und viele zentrale Veranstaltungen wie der Tag der Heimat trugen dazu bei, sich mit Gleichgesinnten über die verlorene Heimat zu unterhalten und auszutauschen.
In der Festrede wurde besonders der für die Heimatvertriebenen so wichtige bundesweite Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation am 20.Juni erwähnt, der nun jährlich begangen wird. Es muss aber gesagt werden, dass dies nur der Initiative des BdV seit 2001 zu verdanken ist. 
Ebenso ein wichtiges Ergebnis ist die durch die Bundesregierung beschlossene Entschädigung der deutschen Zwangsarbeiter.
Durch die seit 2015 andauernde Flüchtlingswelle mit seinen Auswirkungen auf Europa und besonders auf Deutschland haben die deutschen Medien plötzlich entschieden mehr Interesse
an der Problematik der Heimatvertriebenen gezeigt. Bisher gab es das nicht, dass erstmals am 28.06.16 auf dem Hauptfriedhof bei der Kranzniederlegung am zentralen Gedenkstein des BdV der MDR dabei war und darüber am Abend im Thüringen-Journal berichtete.
Im Festvortrag wurde im Kampf gegen das Vergessen erinnert, dass bei der größten humanitären Katastrophe des 20. Jahrhunderts nach dem von Deutschland verursachten verbrecherischen Weltkrieg 15 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus ihrer angestammten Heimat brutal vertrieben worden sind und dabei 2,5 Millionen Menschen dies mit ihrem Leben bezahlt haben.      
Doch aus dieser Katastrophe hat die Menschheit bis heute nicht die entsprechenden Lehren gezogen, denn gegenwärtig sind bis zu 65 Millionen Menschen auf der Flucht aus Kriegsgebieten und viele Tausende Kriegstote zu beklagen.
Schwerpunkt war und ist der Beitrag der Heimatvertriebenen als Brückenbauer zu unseren Heimatgebieten und den in der Heimat verbliebenen Landsleuten in Schlesien, Pommern und Ostpreußen. Diese grenzüberschreitenden Projekte funktionieren nur dann richtig, wenn eine enge Verbindung und Zusammenarbeit mit der polnischen Mehrheitsbevölkerung und der deutschen Minderheit auf allen gesellschaftlichen Ebenen erfolgt. 
Kritisch wurde auch dargelegt, dass nach wie vor die Entschädigung und Wiedergutmachung für das geraubte deutsche Eigentum in Polen und Tschechien ungeklärt sind. Die meisten osteuropäischen Länder haben wie Serbien, Kroatien und Rumänien ihren Beitrag der Entschädigung geleistet. Oft haben die Zahlungen symbolischen Charakter.
Zusammengefasst kann man sagen, dass das Leitwort des BdV für 2016 sehr treffend gewählt worden ist:
„Identität schützen - Menschenrechte achten“ führen dazu, dass noch viel mit unseren Nachbarländern Polen und Tschechien zu klären ist, um der geschichtlichen Wahrheit auf allen Seiten gerecht zu werden.
 
 
Im Grußwort des Landesvorsitzenden, Egon Primas (MdL) wurden wichtige Ergebnisse der BdV-Arbeit wie der "Zentrale Gedenktag der Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportati-on" und die Entschädigung der deutschen Zwangsarbeiter dargelegt und die Mitglieder aufgerufen, den Zusammenhalt unseres Verbandes gegenüber der deutschen Gesellschaft zu sichern und zu demonstrieren.
 
 
Für ihre hervorragende ehrenamtliche Arbeit im BdV- Kreisverband Erfurt Stadt- und Land e.V.  wurden mit einer kleinen Sachprämie Erika Gruner, Waltraud Mund und Margot Lieder
geehrt.
 
Der kulturelle Teil wurde durch den Chor „Matrjoschka“ aus Ilmenau mit ukrainischen, russischen und deutschen Liedern gestaltet und mit viel Beifall belohnt.
Die musikalische Unterhaltungsmusik von Günter Bach trug wesentlich zum Gelingen dieser Festveranstaltung bei.
 
Horst Jüngling, Kreisvorsitzender