25 Jahre Weimarer Dreieck

 25 Jahre „Weimarer Dreieck“ und Europäische Union 2030

 
Im April dieses Jahres beschloss unsere Partnerschaft Neckeroda/ Blankenhain und Bystrzyca/ Olawa in Polen die Aufgaben  und Projekte für 2016/2017. Eine davon bestand darin, in Vor-bereitung des 25. Jahrestages des „Weimarer Dreiecks“ die Jugendlichen unserer Partnerschaft zu bitten, ihre Vorstellungen über die EU im Jahre 2030 aufzuschreiben. Das fand eine große Resonanz und Schüler des Gymnasiums Bad Berka bei uns und in Bystrzyca in Polen formu-lierten Aufsätze dazu. Die Auswertung ergab ein beeindruckend klares Bekenntnis zur EU. In allen Arbeiten brachten die Schüler zum Ausdruck: „Wir leben heute in der EU, die uns ein Leben in Frieden, sozialer Sicherheit, guter Bildung und kultureller Entwicklung sowie grenzen-loser Reisefreiheit zwischen den EU Staaten sichert und wir wollen das auch 2030 und in aller Zukunft haben.“ Zugleich wurden aber auch Probleme angesprochen. Große Sorgen wurden über die gegenwärtigen Krisen in der EU benannt, wie die Euro- und Flüchtlingskrise, über das Nord-Süd-Gefälle der EU Staaten, insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Völliges Un-verständnis äußerten viele zum Brexit Englands, womit sie eine Befürchtung verbinden, die EU könnte dadurch zerreißen. Und gerade diese Sorgen bewegten zahlreiche Schüler dazu, ihre Vorschläge zur Verbesserung der Arbeit in der EU insgesamt und in den einzelnen Staaten dar-zulegen:
- Keine Verschleuderung finanzieller Mittel (z. B. wechselnden Tagungsorte des EU Par-laments, überzogenen Gehälter von Beamten, insbesondere in den Führungsgremien).
- Bessere Auswahl von Beamten der EU Länder die nach Brüssel geschickt werden, vor allem was deren Qualifikation und Verbundenheit mit der Bevölkerung betrifft.
- Gründlichere und verständlichere Erläuterung und Erklärung von Aufgaben und Pro-jekten, von Zusammenhängen und Problemen gegenüber den Menschen in den Mit-gliedsländern und dazu stärkere unmittelbare Gespräche  und Beratungen mit ihnen.
- Einheitlicheres Handeln der Regierungen und Parlamente der EU Länder und bessere Beachtung der durchaus noch vorhandenen ethnischen, kulturellen, konfessionellen und wirtschaftlichen entwicklungsbedingten Besonderheiten.   
 
Hierzu lässt sich der Satz von Thomas Alva Edison zitieren, mit dem eine der polnischen Schü-lerinnen ihren Aufsatz begonnen hatte: „Wenn es einen Weg gibt etwas besser zu machen: Fin-de ihn!“ Besonders eindrucksvoll bekannten sich die Schüler auch zu unserer Partnerschaft so-wohl auf kommunaler als auch auf schulischer Ebene. Sie sehen in diesen Verbindungen eine konkrete Basis und ein überzeugendes menschliches Erlebnis des Zusammenwachsens der Län-der und ihrer Menschen in der EU, das sie unbedingt erhalten wollen, in dem sie weiter aktiv mitarbeiten wollen. 
 
 
Übergabe der Aufsätze durch die polnische Schülerin (li.) und unsere deutsche Schülerin (re.) an den Oberbürgermeister von Weimar Stefan Wolf.
 
 
Für unsere Schüler, ihre Lehrer und Schuldirektoren, die Ortsteil- und Gemeinderäte, die Bür-germeister und Vereinsvorsitzenden sowie unseren BdV war es ein besonders freudiges Erleb-nis, dass unsere Bemühungen dies klugen und engagierten Aufsätze unserer deutschen und pol-nischen Schüler am 28. August, dem 25. Jahrestag des „Weimarer Dreiecks“, an die drei Au-ßenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, Dr. Witold Waszczykowski und Jean-Marc Ayraultin in Weimar zu übergeben von Erfolg waren. Obwohl die Außenminister wegen eines Unwetters über Weimar ihr Programm um die Hälfte kürzen mussten, besuchten sie Studenten und Schüler und sie konnten ihnen persönlich bei guten Gesprächen ihre Aufsätze übergeben. Die Außenmi-nister dankten herzlich den Schülern für ihre Initiative und würdigten sie und die deutsch-polnische Partnerschaft als Ausdruck gelebter Demokratie vor Ort. Diese sei unverzichtbar für die Basis der EU, ihre ständige Festigung und weitere Entwicklung. Der französische Außen-minister, der sehr gut deutsch spricht, betonte, wie wichtig solche Partnerschaften und ihre Ini-tiativen sind. Vor allem um zu zeigen, dass Terroristen mit ihren brutalen Anschlägen keine Chance haben die EU zu zerstören. 
Alle drei Außenminister räumten den Schülern die Möglichkeit ein, sich auch künftig mit ihren Anliegen, Fragen und Ideen  an sie persönlich wenden zu können. 
 
Ihrerseits dankten die Schüler den Außenministern für die Herzlichkeit der Gespräche. Dem Oberbürgermeister der Stadt Weimar  Stefan Wolf galt ihr Dank dafür, dass er ihnen den Weg zu dieser Zusammenkunft bereitet und sie dabei begleitete. Ebenso dankten sie den Mitgliedern ihrer Ortsteilräte, den Bürgermeistern ihrer Heimatorte und den Direktoren ihrer Gymnasien sowie dem polnischen Landrat Herrn Brezde┼ä mit seiner stellvertretenden Leiterin Frau Bo┼╝ena Worek wie auch Heinz Scholz, Vorstandsmitglied  des Regionalverbandes Weimar des BdV.