Frauenseminar

An dem Frauenseminar am 06.04.2017 in Jena, Hotel „Schwarzer Bär“ nahmen 30 Personen teil, hauptsächlich Mitglieder des früheren BdV-Kreisverbandes Jena. Es wurde das Thema „Flucht und Vertreibung gestern und heute“ behandelt. Mit gestern waren wir Vertriebene von 1945 angedacht und besonders die Ursachen gefragt. Die Historiker Polens sind der Ansicht, dass die Konflikte zwischen den Deutschen und Polen am Ende des Krieges 1945 so erheblich angestaut waren und nicht anders gelöst werden konnten, als durch die Ausweisung  der Deutschen. Somit seien diese Vertreibungen gerechtfertigt gewesen, obwohl anerkannt wird, dass sie Unrecht darstellen. Ganz anderer Meinung sind jedoch deutsche Historiker wie Prof. Dr. Manfred Kittel, Direktor der Stiftung „Flucht und Vertreibung“. Zwar hätten alle Siegermächte der Überführung der Deutschen zugestimmt, sie seien jedoch über den Umfang der Maßnahmen nicht aufgeklärt worden. Dann zog man Vergleiche zu den Ausweisungen der Polen aus der Ukraine und der Möglichkeit ihrer Ansiedlung westlich in Schlesien, wobei das territorial überdimensional erweitert wurde. Die einstige Vormachtstellung der Deutschen sollte gebrochen werden und das Nachholbedürfnis zum Polnischen Nationalstaat die ethnischen Säuberungen rechtfertigen. Eine zwingende Notwendigkeit und schon gar nicht in dem Ausmaß sei das nicht gewesen. Mit dieser Meinung stößt er aber auf heftigen Widerspruch Polens. So unterschiedlich ist die Kommentierung solcher Ereignisse. Die gegenwärtige Flüchtlingsbewegung  ist in unserem Frauenverband schon im vorigen Jahr behandelt worden mit der Thematik der Durchsetzung der Flüchtlingspolitik der BRD auf örtlicher Ebene. Dazu gab es auch diesmal Diskussionen, zumal eine schriftlich niedergelegte und vorgetragene Meinung zum Denken anregte: Hier findet eine Bereicherung der Reichen statt, die den armen Ländern ihre besten Kräfte wegnimmt (Gehirnabsaugen) und die Ungelernten von dort werden hier als ausgeplünderte Lohndrücker missbraucht. Zusätzlich bürdet man noch den eigenen Steuerzahlern die Lasten einer ausufernden Sozialindustrie auf. Das alles ist verwerflich (Vgl. : Scholz, Jahrbuch Weichsel-Warthe 2017, S. 65). Geschlussfolgert wurde, dass die gegenwärtig zu uns kommenden Flüchtlinge aus Ländern, wo Bürgerkrieg herrscht, als junge Männer nicht bereit sind , für ihr Land und ihre Freiheitsideale zu kämpfen. Man sollte sie in Berufen qualifizieren, wo sie in ihrer Heimat damit etwas anfangen können und sie dann nach Hause schicken. Auch das bedeutet natürlich für den Steuerzahler eine zu schaffende Sozialindustrie. Wenn das bei denen bleibt, die wir hier schon haben, ist das evtl. noch zu schaffen. Vor den Toren Europas warten aber noch Tausende auf Einlass. Wenn wir dem nachgeben, untergräbt das unser ganzes Sozialsystem und unseren geschaffenen Wohlstand. Damit ist niemandem geholfen. Wollen wir das? Der im Frauenseminar vorgeführte Film über die in den letzten fünf Jahren in Jena veranstalteten „Tage der Heimat“ machte unseren Alterungsprozess deutlich. Die Auflösung des Kreisverbandes  war wohl nur die Folge dessen.