Landeskulturtagung der Schlesier in ThĂŒringen

Landeskulturtagung der Schlesier in Thüringen

 

In den 30 Jahren des Bestehens unseres Vertriebenenverbandes war und ist die Bewahrung und die Pflege des kulturellen Erbes der Heimatgebiete ein besonders wichtiges Anliegen.

 

Der Vorstand der Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Thüringen, hatte sich entschieden, die für das Jahr 2020 geplante Kulturtagung nun endlich im Jahr 2021 durchzuführen.

Die Veranstaltung wurde durch Zuwendungen zur Förderung  kultureller Breitenarbeit über das Schlesische Museum in Görlitz finanziell unterstützt.

 

Am 07. Juli 2021 fand die Kulturtagung mit über 80 Teilnehmern im Gasthaus zu Sprötau, Kreis Sömmerda, statt. Alle vom Gesundheitsamt geforderten Hygienemaßnahmen wurden eingehalten.

Das geplante Kulturprogramm musste etwas abgeändert werden, da ein Chorauftritt nicht möglich war. Drei Chöre erteilten ihre Absage, weil sie coronabedingt keine Proben durchführen konnten. Trotzdem kam der Gesang nicht zu kurz, denn die Anwesenden sangen die vom Band eingespielten Lieder fröhlich mit, wobei der Text über Beamer angezeigt wurde.

 

Der Schwerpunkt der einzelnen Beiträge lag diesmal auf Oberschlesien.

 

 

Das Hauptreferat hielt Karl-Heinz Hoffmann, Mitglied des Schlesischen Städte- und Gemeindetages. Er sprach zum Thema „Bad Carlsruhe/ Oberschlesien – einst Paradies der Württemberger- Historie und Zukunft“. Er zeigte dabei interessante Verbindungen zwischen Oberschlesien, Baden-Württemberg und Thüringen.

 

 

Im Grußwort des Bundesvorsitzenden des OMV der CDU und Landesvorsitzender des BdV- Landesverbandes Thüringen, Egon Primas, wurden die Minderheitenrechte als besondere Werte der EU unterstrichen.

 

 

 

Horst Jüngling, Landesvorsitzender der Landesgruppe Thüringen, sprach zum Thema „100 Jahrestag der Volksabstimmung in Oberschlesien“.

 

Er erinnerte daran, dass bei der Entscheidung am 21. März 1921 mit einer Wahlbeteiligung von ca. 98 % sich 59,4 % der Wahlberechtigten für den Verbleib bei Deutschland votiert hatten, die Siegermächte des I. Weltkrieges jedoch die Teilung Oberschlesiens beschlossen. Damit wurde das Selbstbestimmungsrecht der Völker missachtet. Parallelen dazu sind welt-weit auch heute leider festzustellen.

 

Waltraud Bednarek, Vorstandsmitglied der Landesgruppe, sprach sehr anschaulich mit viel Bildmaterial über die kulturellen Aktivitäten und Höhepunkte des BdV- Landesverband Thüringen.

Der Ehrengast und Mitglied des Thüringer Landtages, Maik Mohring (CDU), rief in seinem Grußwort die Vertriebenen auf, besonders als Zeitzeugen sich gegen das Vergessen der Vertriebenenschicksale einzusetzen und die Jugend für diese Thematik zu gewinnen.

 

Im Beitrag des stellv. Landesvorsitzenden der Landesgruppe, Manfred Steller, wurde im Besonderen die Brückenfunktion der Vertriebenen in der Heimat unterstrichen. Dies wurde mit der Partnerschaft zwischen dem BdV- Regionalverband Bad Lobenstein und der Partnerstadt Ujest in Oberschlesien dargestellt.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung sehr verdienstvoller Schlesierinnen und Schlesier:

 

Dieter Kahl, Vorsitzender des BdV- Kreisverbandes Schmölln, erhielt die Ehrennadel in Silber.

 

Brigitte Pupowski, Vorsitzende des BdV- Regionalverband Artern und

Peter Ließ, stellv. Landesvorsitzender der Landesgruppe wurden mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

 

Mit dem Schlesierkreuz wurde der langjährige Vorsitzende des BdV- Regionalverbandes Bad Salzungen, Alfred Hoffmann, geehrt.

 

 

Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern als sehr interessant und gelungen eingeschätzt. Nach der langen Zeit der Pandemie ergab sich endlich wieder die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen.

 

Mit dem gemeinsamen Singen des „Liedes der Deutschen“ wurde die Veranstaltung beendet.

 

Horst Jüngling, Landesvorsitzender Thüringen LM Schlesien